Dyschromie bedeutet eine Veränderung der Hautfarbe: Ein Bereich wird dunkler oder heller als der umgebende Hautton, weil die Melanozyten zu viel oder zu wenig Melanin produzieren. Das Wort stammt aus dem Griechischen: dys- (verändert) und chroma (Farbe). In der Dermatologie bezeichnet es eine breite Gruppe von Erscheinungsbildern, nicht eine einzelne Erkrankung.
Es gibt zwei Gruppen, und sie zu unterscheiden, ist der erste Schritt, da sich die Behandlung grundlegend ändert. Hyperpigmentierung ist ein Überschuss an Melanin: Melasma, solare Lentigines, nach Akne zurückbleibende Flecken. Hypopigmentierung ist ein Mangel: Vitiligo, Pityriasis versicolor. Im Gesicht überwiegt eindeutig die erste Gruppe, da es der am stärksten der Sonnenstrahlung ausgesetzte Bereich ist.
Ihre Entstehung zu verstehen, ist auch aus einem anderen Grund wichtig: Es ermöglicht, eine kosmetische Beeinträchtigung von einem möglichen Anzeichen systemischer Erkrankungen zu unterscheiden, die ärztliche Aufmerksamkeit erfordern.
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Wie Dyschromien entstehen: die Rolle der Melanozyten
Alle Dyschromien entstehen durch eine Veränderung der Melanozyten, der für die Melaninproduktion verantwortlichen Zellen. Dieses Pigment bestimmt den Phototyp und erfüllt eine Schutzfunktion gegen Schäden durch ultraviolette Strahlung.
Verschiedene innere und äußere Faktoren können dieses Gleichgewicht stören und zur Entstehung von Flecken führen, die nicht nur das Aussehen, sondern auch die Selbstwahrnehmung beeinflussen.
Die Pathophysiologie: Was wirklich geschieht
Um Dyschromien zu verstehen, muss man die Melanogenese kennen. Die Produktion von Melanin erfolgt in den Melanosomen durch eine Reihe enzymatischer Reaktionen. Ausgangspunkt ist die Aminosäure Tyrosin, die durch das Enzym Tyrosinase in Melanin umgewandelt wird.
Die vereinfachte Abfolge lautet: L-Tyrosin wird durch die Wirkung der Tyrosinase zu L-DOPA, dann zu Dopachinon und schließlich zu Eumelanin (braun-schwarzes Pigment) oder Phäomelanin (gelb-rötliches Pigment).
Zu wissen, dass Tyrosinase das Schlüsselenzym ist, hat eine praktische Konsequenz: Viele der am besten untersuchten aufhellenden Wirkstoffe – Vitamin C, Azelainsäure, Niacinamid – wirken genau auf diesen Schritt oder auf die unmittelbar folgenden. Sie „löschen“ den Fleck nicht: Sie verlangsamen den Prozess, durch den er entsteht. Deshalb braucht es Wochen, nicht Tage.
Wenn der Mechanismus durch äußere Reize wie UV-Strahlung oder innere Faktoren wie hormonelle Schwankungen beschleunigt wird, kommt es zu einer lokalen Ansammlung von Pigment. Werden die Melanozyten hingegen geschädigt oder gehemmt, bilden sich Bereiche mit Hypopigmentierung.
Die Formen der Hyperpigmentierung
Allen gemeinsam ist derselbe grundlegende Mechanismus — ein Melaninüberschuss —, sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich des auslösenden Faktors und der Tiefe, in der sich das Pigment ablagert. Davon hängt ab, wie schnell die Behandlung wirkt. Der Vergleich der drei Formen findet sich im Leitfaden zur Hyperpigmentierung im Gesicht.
- Melasma und Chloasma: erworbene Erkrankung, die überwiegend Frauen betrifft und symmetrische braune Flecken im Gesicht verursacht. Während der Schwangerschaft spricht man von Chloasma oder einer „Schwangerschaftsmaske“: Mehr dazu in unserem Melasma-Leitfaden.
- Sonnen- und Alterslentigines: Altersflecken als Ergebnis kumulativer Lichtschäden. Sie sind die häufigste Form im Gesicht und wurden in unserem Leitfaden zu Sonnenflecken gesondert behandelt.
- Postinflammatorische Hyperpigmentierung: tritt nach einer Verletzung oder einem entzündlichen Prozess wie Akne oder Dermatitis auf.
Die Formen der Hypopigmentierung
- Vitiligo: Autoimmunerkrankung, die durch die Zerstörung der Melanozyten gekennzeichnet ist und klar abgegrenzte weiße Flecken verursacht.
- Schuppenflechte (Pityriasis versicolor): Pilzinfektion, die die Melanogenese hemmt und dadurch Bereiche erzeugt, die nicht braun werden.
| Kategorie | Klinische Beispiele | Hauptursache |
|---|---|---|
| Hyperpigmentierung | Melasma, Lentigines, PIH | Melaninüberschuss |
| Hypopigmentierung | Vitiligo, Pityriasis | Melaninmangel |
| Achromie | Albinismus | Vollständiges Fehlen von Melanin |
Wo sie auftreten
Die Lokalisation spiegelt häufig den Ursprung der Erkrankung wider:
- Gesicht: der am stärksten betroffene Bereich durch Sonneneinstrahlung, insbesondere Stirn, Nase, Oberlippe, Wangen und Kieferpartie.
- Handrücken: aufgrund der kumulativen Exposition anfällig für Lentigines und bei der täglichen Pflege oft vernachlässigt.
- Dekolleté und Schultern: häufige Stellen der Poikilodermie nach Civatte, die Hyperpigmentierung und Rötungen verbindet.
- Rücken und Arme: Sommersprossen und Flecken nach Sonnenbrand.
- Beine und untere Gliedmaßen: Hier ist die Ursache oft eine andere als im Gesicht. Braune Flecken an den Knöcheln und am unteren Teil des Beins können durch venöse Stauung entstehen, die zur Ablagerung von Hämosiderin im Gewebe führt; manchmal handelt es sich auch um postinflammatorische Folgen von Insektenstichen, einer enthaarungsbedingten Follikulitis oder kleinen Verletzungen.
- Hautfalten: Achselhöhlen und Leistenbereich, wo Flecken mit Reibung oder Insulinresistenz zusammenhängen können.
Mittel und Behandlungen
Die Behandlung von Pigmentstörungen erfordert Geduld und Wirkstoffe mit fundierter Evidenz. So lässt sich jede Phase gezielt angehen.
Oxidation vorbeugen
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Bereits abgelagertes Pigment entfernen
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Bei postaknebedingten Flecken
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Der tägliche Schutz
Das ist der entscheidende Punkt: Ohne konsequenten Sonnenschutz erzielt kein aufhellender Wirkstoff dauerhafte Ergebnisse. Jede ungeschützte Sonnenexposition aktiviert die Melanozyten erneut und macht wochenlange Behandlung zunichte. Das gilt das ganze Jahr über, nicht nur im Sommer.
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Die regenerierende Behandlung
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Wenn Pigmentstörungen auf etwas anderes hindeuten
Einige Farbveränderungen können auf innere Erkrankungen hinweisen:
- Schilddrüsenerkrankungen: Vitiligo steht statistisch mit Autoimmunthyreoiditiden wie der Hashimoto-Thyreoiditis in Zusammenhang.
- Morbus Addison: Eine Nebenniereninsuffizienz verursacht eine diffuse Hyperpigmentierung mit bronzefarbenem Erscheinungsbild.
- Acanthosis nigricans: Dunkle, samtige Flecken in den Hautfalten, die häufig mit Typ-2-Diabetes oder Insulinresistenz verbunden sind.
- Autoimmunerkrankungen wie Sklerodermie und Lupus, die den Teint durch chronische Entzündungen verändern.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es ist notwendig, einen Dermatologen aufzusuchen, wenn ein Fleck eine schnelle Veränderung der Farbe, Größe oder Dicke, ausgefranste Ränder oder eine deutliche Asymmetrie sowie Juckreiz, Schmerzen oder Blutungen aufweist. Dies sind die Kriterien, die einen kosmetischen Makel von einer Läsion unterscheiden, die ärztlich beurteilt werden muss.
Häufig gestellte Fragen zu Hautverfärbungen
Was bedeutet Hautverfärbung?
Es bedeutet eine Veränderung der Hautfarbe: vom Griechischen dys-, verändert, und chroma, Farbe. Der Begriff umfasst sowohl dunklere Flecken als der umgebende Hautton, die durch einen Melaninüberschuss verursacht werden, als auch hellere Bereiche aufgrund eines Mangels. Er bezeichnet daher keine einzelne Erkrankung, sondern eine Kategorie. Deshalb lautet die erste sinnvolle Frage immer: „Um welche Art von Hautverfärbung handelt es sich?“
Was sind Gesichtshautverfärbungen?
Dabei handelt es sich um Veränderungen der normalen Hautpigmentierung, die durch eine unregelmäßige Funktion der Melanozyten verursacht werden. Sie zeigen sich als dunklere Flecken im Vergleich zum umgebenden Hautton (Hyperpigmentierung: Melasma, solare Lentigines, postaknebedingte Veränderungen) oder als hellere Bereiche (Hypopigmentierung: Vitiligo, Kleienpilzflechte). Im Gesicht treten sie besonders häufig auf, da es der am stärksten der Sonnenstrahlung ausgesetzte Bereich ist.
Wie lassen sich Gesichtshautverfärbungen beseitigen?
Die Flecken können sichtbar gemildert werden – ein Ergebnis, das sich erreichen lässt, wenn man gleichzeitig an drei Punkten ansetzt. Erstens: der tägliche Sonnenschutz das ganze Jahr über, ohne den alle anderen Schritte wirkungslos bleiben. Zweitens: Wirkstoffe, die die Melanogenese bremsen, wie Vitamin C, Niacinamid und Azelainsäure. Drittens: ein sanftes und regelmäßiges Peeling, das die Erneuerung des bereits abgelagerten Pigments fördert. Das kann 8 bis 12 Wochen dauern, weil man auf einen enzymatischen Prozess einwirkt und nicht auf einen oberflächlichen Fleck.
Wie lassen sich Hautverfärbungen korrigieren?
Die Behandlung beginnt mit der Bestimmung der Art der Pigmentstörung, denn die Therapie ist unterschiedlich: Eine solare Lentigo, ein hormonell bedingtes Melasma und ein Fleck nach Akne sprechen auf unterschiedliche Ansätze an. Kosmetisch wird mit aufhellenden Wirkstoffen und einer Förderung der Zellerneuerung gearbeitet; bei hartnäckigen Formen kann die Dermatologin oder der Dermatologe medizinische Peelings oder ambulante Behandlungen ergänzen. Beim Melasma sind insbesondere gut verträgliche Wirkstoffe sowie der Verzicht auf Wärmequellen und intensives Licht erforderlich, da diese die Beschwerden tendenziell verschlimmern.
Wie werden Pigmentstörungen der Haut behandelt?
Wenn die Pigmentstörung ein ästhetisches Problem ist, erfolgt die Behandlung kosmetisch und erfordert Konsequenz. Wenn sie hingegen mit einer klinischen Erkrankung – Vitiligo, pityriasis versicolor oder Acanthosis nigricans – zusammenhängt, ist die Behandlung medizinisch und muss von einer Fachärztin oder einem Facharzt festgelegt werden, da eine rein oberflächliche Behandlung in diesen Fällen die Ursache nicht behebt. Die Unterscheidung trifft die Dermatologin oder der Dermatologe. Das ist der erste sinnvolle Schritt, wenn der Fleck schnell aufgetreten ist oder unregelmäßige Ränder hat.
Warum treten Pigmentstörungen an den Beinen auf?
An den unteren Gliedmaßen ist die Ursache häufig eine andere als im Gesicht. Braune Flecken an den Knöcheln und im unteren Beinbereich stehen oft mit einem venösen Blutstau in Verbindung, der zur Ablagerung von Hämosiderin im Gewebe führt: In diesem Fall handelt es sich um ein Gefäßproblem, das ärztlich untersucht werden sollte. In anderen Fällen sind es postinflammatorische Folgen von Insektenstichen, einer Follikulitis nach der Haarentfernung oder kleinen Verletzungen, die auf dieselben Grundsätze wie im Gesicht ansprechen.
Was sind weiße Pigmentstörungen?
Es handelt sich um Bereiche, in denen Melanin reduziert ist oder fehlt. Die beiden häufigsten Formen sind Vitiligo, eine Autoimmunerkrankung mit klar begrenzten Flecken, die nicht braun werden, und pityriasis versicolor, eine oberflächliche Pilzinfektion, die vor allem nach Sonneneinstrahlung sichtbar wird, wenn die umliegende Haut dunkler wird. Beide erfordern eine dermatologische Diagnose: Aufhellende Kosmetika spielen in diesen Fällen keine Rolle.
Fazit
Die Behandlung von Pigmentstörungen erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der Dermatologie und tägliche Hautpflege miteinander verbindet. Mit Wirkstoffen wie Vitamin C und Mandelsäure und vor allem durch konsequenten Sonnenschutz lässt sich ein gleichmäßigeres Hautbild erreichen – vorausgesetzt, man gibt dem Prozess die nötige Zeit.
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