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Ist dir schon einmal aufgefallen, dass dein Gesicht plötzlich rot wird, vielleicht nach einer starken Emotion, einem Glas Rotwein oder einem Temperaturwechsel? In vielen Fällen handelt es sich um eine normale Gefäßreaktion. Wenn die Rötung jedoch anhaltend wird oder von Juckreiz, Brennen und einem Wärmegefühl begleitet wird, kann dies auf eine tieferliegende Erkrankung hindeuten, die gezielte Aufmerksamkeit erfordert.
Die europäische dermatologische Forschung zeigt, dass ein sehr großer Anteil der Frauen von empfindlicher Haut berichtet, die zu häufigen Rötungen neigt; ein erheblicher Teil beschreibt eine derartige Reaktivität, dass sie den Alltag beeinträchtigt.

Erythrose: die Rötung, die kommt und geht
Erythrose ist eine funktionelle, vorübergehende Gefäßerweiterung: Das Gesicht rötet sich als Reaktion auf einen Reiz (Hitze, Kälte, Emotionen, Alkohol, scharfes Essen) und nimmt anschließend wieder seine normale Farbe an. Sie ist die mildeste Form und bei rechtzeitiger Behandlung reversibel.
Sie zu vernachlässigen, bleibt jedoch nicht ohne Folgen: Die wiederholten Episoden der Gefäßerweiterung können die Entstehung einer Couperose begünstigen, bei der die Erweiterung dauerhaft wird.
Couperose: die anhaltende Erweiterung der Kapillaren
Couperose ist durch das Vorhandensein von Teleangiektasien gekennzeichnet, also sichtbaren erweiterten Kapillaren an der Hautoberfläche, insbesondere an Wangen und Nase. Sie tritt häufiger bei Menschen mit heller und empfindlicher Haut auf. Anders als bei der Erythrose verschwindet die Rötung hier nicht mehr vollständig.
Rosazea: eine chronisch-entzündliche Erkrankung
Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut, die sich durch anhaltende Rötungen, Papeln, Pusteln und in fortgeschrittenen Fällen durch eine Verdickung der Haut (Rhinophym) äußert. Sie kann auch die Augen betreffen und Trockenheit sowie Reizungen verursachen. Sie tritt überwiegend bei Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren auf.
Rosazea ist eine dermatologische Erkrankung und kein kosmetischer Makel. Diagnose und Therapie gehören in die Hände eines Dermatologen, der topische oder systemische Behandlungen verschreiben und prüfen kann, ob Gefäßlaser oder intensiv gepulstes Licht infrage kommen. Ein gut formuliertes Kosmetikprodukt kann die Behandlung begleiten, indem es Komfort und Verträglichkeit verbessert, ersetzt jedoch nicht die medizinische Therapie.
So lassen sie sich unterscheiden
- Erythrose weist auf die Reaktionsfähigkeit der Mikrozirkulation hin: eine vorübergehende Rötung, die kommt und geht.
- Couperose bezeichnet eine dauerhafte Kapillarfragilität: sichtbare Kapillaren, die bestehen bleiben.
- Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung: eine anhaltende Rötung mit Papeln und Pusteln, die ärztliche Betreuung erfordert.
Ein praktischer Test, den Dermatologen anwenden, ist die Vitropression: Drückt man ein Glasplättchen (oder einfach einen Finger) auf die gerötete Stelle, wird die Erythrose blasser und die Rötung kehrt anschließend zurück, weil sie vom Blut in den erweiterten Gefäßen abhängt. Bleiben auch unter Druck rote Linien sichtbar, handelt es sich um Teleangiektasien, also Couperose.
Erythrose an Hals und Dekolleté
Meistens ist vom Gesicht die Rede, aber Erythrose betrifft häufig auch Hals, Brust und Dekolleté, wo sie sich durch unregelmäßige, manchmal netzartige rote Flecken zeigt, die bei Wärme oder Aufregung auftreten.
Es gibt drei Gründe, warum dieser Bereich besonders gefährdet ist:
- Die Haut an Hals und Dekolleté ist dünner als die Gesichtshaut und besitzt weniger Talgdrüsen, daher ist der Hydrolipidfilm empfindlicher;
- Sie ist einer ständigen Reibung durch Kragen, Schals und Halsketten ausgesetzt;
- Sie ist fast immer ungeschützt der Sonne ausgesetzt, weil man Sonnenschutz auf das Gesicht aufträgt und den Rest vergisst.
Wenn die Rötung des Dekolletés mit einem netzartigen Erscheinungsbild aus abwechselnd hellen und dunklen Bereichen einhergeht, kann es sich um eine Poikilodermie nach Civatte handeln, eine durch chronische Sonnenexposition verursachte Hautveränderung, die Rötungen und Hyperpigmentierung kombiniert. Sie sollte dermatologisch untersucht werden.
Die Strategie ist dieselbe wie im Gesicht, mit einer zusätzlichen Maßnahme: den Sonnenschutz das ganze Jahr über auf Hals und Brust ausweiten, nicht nur im Sommer.
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Wenn Rötungen dein Hauptsymptom sind, findest du in dem Artikel über Sofortmaßnahmen zur Beruhigung geröteter Haut schnelle Hilfe.
Behandlungsstrategien
Erythrose: frühzeitig handeln
Ziel ist es, die Häufigkeit der Gefäßerweiterungsepisoden zu verringern:
- Auslösende Faktoren erkennen und vermeiden (Alkohol, scharfe Speisen, Temperaturschwankungen);
- Täglich topische Antioxidantien auftragen;
- Mit beruhigendem Thermalwasser befeuchten (Proksch et al., 2006).
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Couperose: Gefäßunterstützung und entzündungshemmender Schutz
Nützliche Wirkstoffe: Glycyrrhetinsäure (Wananukul, 2001), Panthenol, Präbiotika wie Alpha-Glucan-Oligosaccharid und Niacinamid in einer Konzentration von unter 5 % (Draelos, 2006).
Die Reinigung sollte zuerst angepasst werden: Aggressive Tenside verschlimmern das Hautbild.
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Rosazea: medizinischer Behandlungsweg und besonders gut verträgliche Hautpflege
Die Behandlung gehört in die Hände eines Dermatologen. Sonnenschutz mit SPF 50+ wird das ganze Jahr über empfohlen, und die begleitende Hautpflege sollte parfümfrei und nicht komedogen sein.
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Die Hautbarriere zu stärken, ist die erste Maßnahme
Die Forschung hat dokumentiert, dass eine Störung der epidermalen Barriere sowohl bei Rosazea als auch bei Couperose vorliegt. Daher ist es wichtig, aggressive Tenside zu vermeiden, Cremes mit Ceramiden und essenziellen Fettsäuren zu wählen und mineralstoffreiche Thermalwässer zu verwenden.
Die Funktion der Hautbarriere wird ausführlich im Leitfaden zur Hautbarriere erläutert.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Erythrose?
Eine Erythrose ist eine Hautrötung, die durch die Erweiterung oberflächlicher Blutgefäße verursacht wird. Im Gegensatz zur Couperose weist sie keine dauerhaft sichtbaren Äderchen auf: Die Rötung tritt als Reaktion auf einen Reiz auf und klingt anschließend wieder ab. Sie betrifft vor allem Gesicht, Hals und Dekolleté.
Wie lässt sich eine Erythrose beseitigen?
Eine Erythrose lässt sich nicht mit einer einzigen Behandlung beseitigen, sondern durch die Verringerung der Häufigkeit der Episoden kontrollieren: Auslöser vermeiden, die Hautbarriere mit beruhigenden Wirkstoffen stärken und die Haut täglich vor der Sonne schützen. Bei bereits sichtbaren Äderchen kann der Dermatologe eine Gefäßlaser- oder IPL-Behandlung in Erwägung ziehen.
Welche chronische Erkrankung verursacht eine Erythrose im Gesicht?
Rosazea. Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der die Rötung dauerhaft wird und von Papeln, Pusteln und einem brennenden Gefühl begleitet wird. Die Erythrose stellt häufig das Anfangsstadium dar. Die Diagnose obliegt dem Dermatologen.
Was sind die Ursachen einer Erythrose an Hals und Brust?
Die Haut an Hals und Dekolleté ist dünner und weist weniger Talgdrüsen auf, daher ist sie empfindlicher. Hinzu kommen die Reibung durch Kleidung und Halsketten sowie vor allem die kumulative Sonnenexposition, da Sonnenschutz häufig nur im Gesicht aufgetragen wird. In chronischen Fällen kann sich eine Poikilodermie nach Civatte entwickeln.
Was sollte man auf gerötete Haut auftragen?
Nicht parfümierte, beruhigende Produkte mit Wirkstoffen wie Glycyrrhetinsäure, Panthenol, Niacinamid und Thermalwasser. Parfüm, Alkohol und aggressive Peelings sollten vermieden werden.
Quellen
- Proksch E et al., Skin Pharmacol Physiol, 2006
- Wananukul S, Clin Exp Dermatol, 2001
- Draelos ZD, Cutis, 2006


