Hyperpigmentierung zeigt sich durch uneinheitlich gefärbte Gesichtsbereiche mit dunkleren Schatten als der restliche Teint. Umgangssprachlich spricht man von „Flecken“, in der Dermatologie bezeichnet Hyperpigmentierung jedoch einen umfassenderen und komplexeren Prozess.
Diese Unterscheidung ist keine theoretische Übung: Sie ist entscheidend, um die genaue Ursache zu erkennen und die richtige Strategie anzuwenden. Hinter demselben ästhetischen Problem können sich nämlich unterschiedliche Mechanismen verbergen – hormonelle, postinflammatorische oder durch Sonneneinstrahlung bedingte.
[INDICE:h2]
Hyperpigmentierung: nicht nur „Flecken“
Es handelt sich um eine durch eine übermäßige Synthese und eine lokalisierte Ansammlung von Melanin gekennzeichnete Erscheinung – dem von den Melanozyten produzierten Pigment.
Wenn die Haut einem Reiz ausgesetzt ist – UV-Strahlung, Entzündungen oder hormonellen Veränderungen –, produzieren die Melanozyten einen Pigmentüberschuss, der sich in der Epidermis oder Dermis ablagert.
Hier liegt der Unterschied zum Fleck: Hyperpigmentierung ist der zugrunde liegende biologische Mechanismus, der Fleck das sichtbare Ergebnis.
Hyperpigmentierung zu behandeln bedeutet, an der Ursache anzusetzen, die übermäßige Melaninproduktion zu hemmen und die Zellerneuerung zu fördern – und sich nicht darauf zu beschränken, den einzelnen Fleck aufzuhellen.
Die drei wichtigsten Formen
Postinflammatorisch (PIH)
Sie ist die Reaktion der Haut auf eine vorherige Verletzung oder einen Entzündungszustand. Sie zeigt sich genau an der Stelle der Verletzung in Form rosafarbener, brauner oder violetter Flecken.
Der häufigste Auslöser ist Akne, sie kann jedoch auch nach aggressiver Rasur, Follikulitis oder invasiven ästhetischen Behandlungen auftreten. Während der Entzündung stimulieren Zytokine die umliegenden Melanozyten, die überschüssiges Pigment freisetzen.
Hormonell (Melasma)
Dunkle, braune oder gräuliche Flecken mit unregelmäßigen Rändern, aber symmetrischer Verteilung auf Stirn, Wangenknochen, Oberlippe und Kinn.
Östrogen und Progesteron stimulieren die Melanozyten und machen sie lichtempfindlicher. Häufig tritt Melasma während der Schwangerschaft oder bei der Einnahme oraler Verhütungsmittel auf. Das vollständige Krankheitsbild wird im Leitfaden zu Melasma und Schwangerschaftsmaske erläutert.
Photobedingt (Sonnenflecken)
Dies ist die häufigste Form und entsteht durch die über Jahre kumulierte Sonneneinstrahlung. Sie zeigt sich als solare Lentigines: runde, bei Berührung flache Flecken im Gesicht, am Dekolleté und auf den Handrücken.
Die langfristige Einwirkung von UV-Strahlung erzeugt oxidativen Stress, der die Regulierung der Melanozyten beeinträchtigt. Wir behandeln dieses Thema ausführlich im Leitfaden zu Sonnenflecken im Gesicht.
Wo sich das Pigment befindet
Um einschätzen zu können, wie lange es dauert, eine Pigmentstörung aufzuhellen, ist ein Detail entscheidend: In welcher Tiefe hat sich das Melanin abgelagert?
- Epidermal (oberflächlich): Dies ist beispielsweise bei einem frischen Sonnenfleck oder der hinterlassenen Spur eines kürzlich abgeheilten Pickels der Fall. Diese Form spricht gut auf eine kosmetische Pflegeroutine an und lässt sich vergleichsweise schnell behandeln.
- Dermal (tief): Typisch für Melasma oder ältere Flecken. Optisch weist diese Form weichere Konturen oder einen gräulich-bläulichen Farbton auf. Kosmetische Peelings erreichen diese Tiefe nicht: Hier sind Wirkstoffe erforderlich, die den Pigmenttransport blockieren, sowie ein konsequenter UV-Schutz.
Es gibt eine praktische Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen: die Haut leicht spannen. Wird der Fleck dadurch weniger sichtbar, ist er wahrscheinlich oberflächlich. Bleibt er unverändert oder nimmt einen gräulichen Ton an, liegt das Pigment tiefer und die Erwartungen sollten entsprechend angepasst werden.
Mit bloßem Auge bleibt diese Einschätzung jedoch ungenau. Eine Fehleinschätzung bedeutet, Wirkstoffe auszuwählen, die nie dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden: In den LeLang-Partnerapotheken wird die Haut vor der Festlegung einer Behandlung gegen Flecken bei passendem Licht persönlich beurteilt.
Die Strategie in drei Schritten
Es ist sinnvoll, Hyperpigmentierung als eine dreistufige Produktionskette zu betrachten. Wird nur in einen Schritt eingegriffen, produziert der Mechanismus weiterhin Flecken. Entscheidend ist, auf allen drei Ebenen anzusetzen: vor der Produktion durch die Hemmung der Tyrosinase, während des Transports durch die Verhinderung der Melanosomenübertragung und an der Oberfläche durch ein kontrolliertes Peeling.
Eine allgemeine Übersicht bietet der Leitfaden zu Pigmentstörungen im Gesicht.
1. Melanogenese blockieren
Vitamin C hemmt die Tyrosinase und reduziert dadurch die Pigmentbildung; Ferulasäure stabilisiert ihre Wirksamkeit und neutralisiert freie Radikale.
Niacinamid wirkt in der darauffolgenden Phase: Es blockiert die Übertragung der Melanosomen auf die oberflächlichen Keratinozyten und verhindert so, dass das Pigment die sichtbaren Hautschichten erreicht. Für diesen Schritt liegen die direktesten wissenschaftlichen Belege vor: In der Studie von Hakozaki und Mitarbeitenden reduzierte 5%iges Niacinamid die Hyperpigmentierung bereits nach acht Wochen deutlich.
FERULSÄURE + HA SERUM Aufhellendes Antioxidansserum für das Gesicht auf Basis von Vitamin C & FerulasäureWIRKUNGEN: Hellt Hautunreinheiten... Entdecken FERULSÄURE + HA SERUM
Bei zu Akne neigender oder fettiger Haut kombiniert die gezielteste Wahl Zincidone, Salicylsäure, Klette und Niacinamid und wirkt gleichzeitig gegen Unreinheiten und postaknebedingte Flecken.
Akne-Serum Normalisierende Sebum-Serum und Reduzierung von erweiterten Poren auf Basis von Salicylsäure, Zinkidon, Niacinamid R... Entdecken Akne-Serum
2. Den Zellumsatz fördern
Das schonende Entfernen der mit Melanin beladenen oberflächlichen Zellen trägt dazu bei, die Haut allmählich aufzuhellen. Mandelsäure ist eine gut verträgliche AHA, die ohne Reizung exfoliert, ergänzt durch Bromelain und Papain. Aufgrund ihres höheren Molekulargewichts im Vergleich zu Glykolsäure ist sie besonders für Haut geeignet, die zu Reaktionen mit neuen Rötungen – und damit zu einer erneuten postinflammatorischen Pigmentierung – neigt. Ein Vergleich der verschiedenen AHAs findet sich im Leitfaden zu den Alpha-Hydroxysäuren.
MANDELSÄURE ENZYMATISCHER SANFTER PEEL Sanftes Gesichtspeeling ad alta Toleranz, stimuliert den Zellumsatz Zellumsatzstimulation Regenerierende Wirkung Mil... Entdecken MANDELSÄURE ENZYMATISCHER SANFTER PEEL
3. Schützen
Dies ist die wichtigste Regel: Ohne Breitband-Sonnenschutz ist jede depigmentierende Behandlung unwirksam. UV-Strahlung reaktiviert die Melanozyten und verdunkelt sowohl frische als auch ältere Flecken.
Bei Melasma reicht der Schutz vor UV-Strahlung allein nicht aus: Auch energiereiches sichtbares Licht kann das Pigment reaktivieren. Deshalb zeigen Filter mit erweitertem Schutz mittelfristig weniger Rückfälle.
SPOT SCHUTZ 50 LSF Gesichtssonnenserum SPF 50 gegen Flecken Mit eingekapseltem Vitamin C und probiotischen Fermenten für Haut mit Pigmen... Entdecken SPOT SCHUTZ 50 LSF
Die weiteren speziellen Behandlungen gegen Pigmentstörungen sind in der Kollektion Cremes und Seren gegen Flecken im Gesicht zusammengestellt.
Fazit
Die Behandlung dunkler Flecken erfordert Geduld, ausgewogene Wirkstoffe und die konsequente tägliche Anwendung von Sonnenschutz. Die Ergebnisse sollten in Monaten, nicht in Wochen beurteilt werden.
Ein kosmetisches Produkt wirkt auf das Erscheinungsbild der Pigmentstörung: Es kann sie mildern und ihre Verschlechterung begrenzen, behandelt jedoch keine Pigmenterkrankung. Wenn die Hyperpigmentierung tief ist, plötzlich auftritt oder sich die Form, Farbe oder Größe eines Flecks verändert, sollte die Untersuchung durch eine Dermatologin oder einen Dermatologen jeder Pflegeroutine vorausgehen.
Quellen dieses Artikels
01 Davis E.C., Callender V.D., Postinflammatory Hyperpigmentation: A Review of the Epidemiology, Clinical Features, and Treatment Options in Skin of Color, The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, 2010; 3(7): 20–31.
02 Hakozaki T. et al., The effect of niacinamide on reducing cutaneous pigmentation and suppression of melanosome transfer, British Journal of Dermatology, 2002; 147(1): 20–31.
03 Telang P.S., Vitamin C in dermatology, Indian Dermatology Online Journal, 2013; 4(2): 143–146.
04 Boukari F. et al., Prevention of melasma relapses with sunscreen combining protection against UV and short wavelengths of visible light: a prospective randomized comparative trial, Journal of the American Academy of Dermatology, 2015; 72(1): 189–190.
15-minütige kostenlose Beratung mit der Gründerin
Du möchtest herausfinden, welche Wirkstoffe für deine Form der Hyperpigmentierung am besten geeignet sind? Buche eine kostenlose virtuelle Skincare-Beratung mit Elisa Avalle, der Gründerin von LeLang.
Auf der Website: Pigmentstörungen im Gesicht · Melasma und Schwangerschaftsmaske · Sonnenflecken im Gesicht · Niacinamid-Steckbrief · Mandelsäure-Steckbrief · Cremes und Seren gegen Flecken

