Das Coenzym Q10, auch als Ubichinon bekannt, ist eines der am umfassendsten erforschten Moleküle überhaupt – zunächst in der Medizin, später in der Kosmetik. Der Name sagt bereits viel aus: Ubichinon leitet sich von „ubiquitär“ ab, weil es praktisch überall im menschlichen Körper vorkommt.
In der Haut erfüllt es zwei unterschiedliche Funktionen: Es ist an der Energieproduktion in den Mitochondrien beteiligt und wirkt als fettlösliches Antioxidans, das die Zellmembranen vor Oxidation schützt. Mit zunehmendem Alter nimmt seine Konzentration in der Haut ab – und genau daraus entstand das kosmetische Interesse.
[INDICE:h2]Was es ist und wo es vorkommt
Chemisch handelt es sich um ein Chinon mit einer Kette aus zehn Isoprenoid-Einheiten – daher die „10“ im Namen. Es ist vor allem in den mitochondrialen Membranen konzentriert, wo es als Elektronentransporter in der Atmungskette fungiert: dem Prozess, der ATP, den Energieträger der Zellen, produziert.
Außerhalb der Mitochondrien wirkt es hingegen als Antioxidans und gehört zu den wenigen Substanzen, die Vitamin E aus seiner oxidierten Form regenerieren und ihm dadurch seine Wirksamkeit zurückgeben können. Dieses Detail erklärt, warum die beiden Inhaltsstoffe in einer Formulierung gut zusammenwirken.
Der Körper produziert es selbst, doch die Synthese nimmt mit zunehmendem Alter ab. Es kommt außerdem in verschiedenen Lebensmitteln vor: Eiern, Soja, Vollkornweizen, Spinat und fettem Fisch.
Was Studien zur äußerlichen Anwendung sagen
Hier lohnt es sich, zwischen dem zu unterscheiden, was wissenschaftlich dokumentiert ist, und dem, was das Marketing verspricht.
Eine im Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology veröffentlichte Übersichtsarbeit berichtet, dass die sechsmonatige äußerliche Anwendung von CoQ10 im Augenbereich die Faltentiefe bei einer Gruppe von zwanzig Personen verringerte. Es handelt sich um eine kleine Studie, doch das Ergebnis steht im Einklang mit den Beobachtungen aus In-vitro-Untersuchungen.
Auf zellulärer Ebene dokumentierte eine Studie in Free Radical Biology and Medicine die Wirkung von Ubichinon und Ubichinol auf seneszente menschliche Hautfibroblasten. Andere Untersuchungen beobachteten eine erhöhte Expression von Elastin in der Haut sowie eine verringerte Produktion von IL-1α, einem entzündungsfördernden Zytokin.
Die praktische Konsequenz: Wenn du „Coenzym Q10“ in einer INCI-Liste liest, zählt nicht nur sein Vorhandensein, sondern auch, wie es verkapselt oder transportiert wurde. Eine gut entwickelte Formulierung entscheidet darüber, ob ein Wirkstoff tatsächlich arbeitet oder an der Hautoberfläche bleibt.
Die kosmetischen Eigenschaften
Zusammenfassend wirkt Coenzym Q10 in der Kosmetik, wie aus der Fachliteratur hervorgeht, in drei Bereichen.
Antioxidative Wirkung
Es wirkt den durch UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und oxidativen Stress erzeugten freien Radikalen entgegen und schützt insbesondere die Lipide der Zellmembranen – genau dort, wo seine fettlösliche Beschaffenheit es natürlicherweise verortet.
Energetische Unterstützung der Fibroblasten
Fibroblasten sind die Zellen, die Kollagen und Elastin produzieren, und sie haben einen hohen Energiebedarf. Die Forschung hat beobachtet, dass die Hautalterung mit einer Abnahme der Marker des mitochondrialen Stoffwechsels in der Epidermis einhergeht. Diese Funktion zu unterstützen bedeutet daher indirekt, die Regenerationsfähigkeit der Haut zu fördern.
Modulation von Entzündungen
In-vitro-Studien deuten auf eine verringerte Produktion entzündungsfördernder Zytokine hin – ein relevanter Aspekt im Zusammenhang mit Inflammaging, der stillen Entzündung, die die Hautalterung beschleunigt.
So integrierst du es in deine Pflegeroutine
CoQ10 wird von allen Hauttypen gut vertragen, auch von empfindlicher Haut. Es ist nicht photosensibilisierend und erfordert keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen, sodass es morgens und abends verwendet werden kann.
Es wirkt gut in Kombination mit anderen Antioxidantien: Vitamin C, Vitamin E und Ferulasäure, mit denen es den Kaskadenmechanismus des Schutzes teilt. Es lässt sich auch problemlos mit Peptiden und Hyaluronsäure kombinieren.
Wie bei allen Antioxidantien sollten die Ergebnisse über einen längeren Zeitraum bewertet werden: In der Fachliteratur ist von Anwendungen über mehrere Monate die Rede, nicht über mehrere Wochen.
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Diese Kombination ist sinnvoll: Q10 liefert die antioxidative Wirkung und unterstützt die mitochondriale Funktion, Ceramide stellen die Lipide der Hautbarriere wieder her – und schaffen zugleich das Lipidmilieu, das die Aufnahme eines fettlöslichen Moleküls wie dieses begünstigt –, während das Tripeptid die Kollagensynthese unterstützt.
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Da es sich um eine Maske handelt, ermöglicht die Einwirkzeit einen längeren Kontakt mit der Haut – eine hilfreiche Voraussetzung für einen Wirkstoff, der Schwierigkeiten hat, die Hornschicht zu durchdringen.
Q10 zur oralen Einnahme: ein anderes Thema
Coenzym Q10 wird auch in Nahrungsergänzungsmitteln häufig eingesetzt, wo es vor allem im Hinblick auf die Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems und der Energieproduktion untersucht wird. Diese Bereiche unterscheiden sich vom kosmetischen Einsatz und haben andere Dosierungen und Zielsetzungen.
Es sollte klar gesagt werden: CoQ10 ist nicht zur Behandlung medizinischer Erkrankungen zugelassen und darf legal in Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika verwendet werden. Vor der oralen Einnahme, insbesondere bei laufenden Therapien, sollte man sich mit dem behandelnden Arzt abstimmen.
Zusammenfassung
Coenzym Q10 gehört zu den Antioxidantien mit der solidesten wissenschaftlichen Grundlage in der Kosmetik. Es ist kein Wunderingredienz – das ist niemand –, sondern wirkt auf dokumentierte Mechanismen: oxidativen Stress, mitochondriale Funktion und unterschwellige Entzündungen.
Bei diesem Molekül macht mehr als bei vielen anderen die Formulierung den Unterschied: Ohne ein geeignetes Trägersystem bleibt ein großer Teil seines Potenzials ungenutzt.
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