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PFAS nei cosmetici: il divieto in Francia e cosa cambia in Europa
Dermokosmetik in der Apotheke

PFAS in Kosmetika: das Verbot in Frankreich und was sich in Europa ändert

Elisa Avallevon Elisa Avalle , Gründer von LeLang

8 Min. Lesezeit

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PFAS – die Abkürzung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen – sind eine große Familie synthetischer chemischer Verbindungen, die durch äußerst stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindungen gekennzeichnet sind. Diese Stabilität verleiht ihnen in zahlreichen Industriesektoren nützliche technische Eigenschaften, bildet aber auch die Grundlage für ihre Persistenz in der Umwelt, weshalb sie häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet werden.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt in Frankreich ein Verbot der beabsichtigten Verwendung von PFAS in Kosmetika. Damit hat für den europäischen Sektor eine neue Phase begonnen. Gleichzeitig werden auf EU-Ebene Vorschläge für gruppenweite Beschränkungen geprüft, die eine große Zahl von Stoffen betreffen könnten. Dieser Artikel informiert neutral darüber, was PFAS sind, warum sie in Kosmetika vorkommen können, welche Erkenntnisse vorliegen und wie sich der Rechtsrahmen entwickelt.

PFAS: Was ist das?

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) umfassen Tausende verschiedener Chemikalien – die am häufigsten zitierten Schätzungen gehen von einer Spanne zwischen 5.000 und 10.000 Verbindungen aus. Gemeinsam ist ihnen das Vorhandensein teilweise oder vollständig fluorierter Alkylketten sowie einige der stärksten Kohlenstoff-Fluor-Bindungen in der organischen Chemie. Dadurch sind viele PFAS gegenüber chemischem und biologischem Abbau beständig.

Innerhalb dieser Stoffklasse gibt es Moleküle mit unterschiedlichen Eigenschaften: Einige sind wasserlöslicher, andere persistenter oder neigen dazu, länger im Organismus zu verbleiben. Diese Variabilität ist einer der Gründe, warum das Thema unter dem Gesichtspunkt einer „Stofffamilie“ und nicht nur anhand der Bewertung einzelner Substanzen behandelt wird.

PFAS in Kosmetika: Warum sie verwendet werden

In der Kosmetik können einige PFAS für technische Funktionen verwendet worden sein, die die Leistung und das sensorische Erlebnis des Produkts verbessern. Insbesondere können sie Folgendes unterstützen:

  • die Gleitfähigkeit und das seidige Hautgefühl zu verbessern;
  • die Bildung dünner und gleichmäßiger Filme zu fördern;
  • die Beständigkeit gegenüber Wasser, Talg und Feuchtigkeit zu erhöhen;
  • die langanhaltende Wirkung bei long-lasting- und waterproof-Produkten zu unterstützen.

Nach den von den Regulierungsbehörden veröffentlichten Daten wurden PFAS vor allem in langhaftenden Foundations, wasserfesten Eyelinern und Mascaras, Lidschatten, Lippenstiften, Kompaktpudern und einigen Haarpflegeprodukten nachgewiesen. Dabei handelt es sich überwiegend um Make-up-Produkte, nicht um Hautpflegeprodukte wie Seren und Cremes, bei denen diese technischen Funktionen nur selten erforderlich sind.

Beabsichtigte Verwendung und unbeabsichtigtes Vorhandensein

Das ist eine entscheidende Unterscheidung für die korrekte Auslegung der Vorschriften:

  • absichtliche Verwendung: Der Stoff wird gezielt hinzugefügt, um eine bestimmte Funktion in der Formulierung zu erfüllen;
  • unbeabsichtigte Präsenz: PFAS treten als Verunreinigungen oder Kontaminanten auf, die aus Rohstoffen oder Produktionsprozessen stammen.

Das französische Verbot betrifft die absichtliche Verwendung. Der Nachweis einer unbeabsichtigten Präsenz ist komplexer und erfordert spezifische Analysen oder Informationen aus der Lieferkette, da sie auf dem Etikett nicht erkennbar ist.

Wie sie in der INCI-Liste erscheinen

Zu den PFAS gehörende Inhaltsstoffe, die in einer INCI-Liste erscheinen können, sind Polytetrafluorethylen (PTFE) und einige fluorierte Silikone. Eine praktische Orientierungshilfe beim Lesen: Das Präfix "perfluoro" oder "polyfluoro" im Namen eines Inhaltsstoffs ist ein Hinweis. Die INCI-Liste lesen zu können, bleibt das wichtigste Instrument für Verbraucher: Wenn du mehr erfahren möchtest, erklärt der Leitfaden für kosmetische Inhaltsstoffe, wie ein Etikett zu interpretieren ist.

PFAS und Umwelt: Warum sie als persistent gelten

Einer der wichtigsten Gründe zur Besorgnis ist die Persistenz in der Umwelt. Viele PFAS können lange in Böden und Gewässern verbleiben und über weite Entfernungen transportiert werden. Umweltstudien haben ihr Vorkommen in Trinkwasser, Sedimenten und Nahrungsketten in verschiedenen geografischen Regionen nachgewiesen.

Das Thema ist nicht weit von uns entfernt. In Italien sind relevante Fälle von Wasserverschmutzung in einigen Gebieten Venetiens und im Piemont, der Region, aus der LeLang stammt, dokumentiert. Die einzigen derzeit geltenden nationalen Beschränkungen betreffen Trinkwasser; seit Januar 2026 gelten hierfür Grenzwerte. Für Konsumprodukte hat Italien noch keine Verbote für bestimmte Produktkategorien eingeführt.

Mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse entwickeln sich weiter. Nach Angaben verschiedener Gesundheits- und Umweltbehörden wurde die Exposition gegenüber bestimmten PFAS in einigen Studien mit möglichen Auswirkungen auf folgende Bereiche in Verbindung gebracht:

  • Immunsystem;
  • fetale und kindliche Entwicklung;
  • Fettstoffwechsel (z. B. Cholesterinspiegel);
  • Hormonsystem;
  • Zusammenhänge mit bestimmten Erkrankungen bei langfristiger Exposition.

Die Auswirkungen variieren je nach spezifischer Substanz, Dosis, Dauer und Expositionsweg. Für viele PFAS sind die verfügbaren toxikologischen Daten noch begrenzt, und das muss gesagt werden: wissenschaftliche Unsicherheit bedeutet weder Sicherheit noch eine nachgewiesene Gefahr.

Der FDA-Bericht über PFAS in Kosmetika

In den Vereinigten Staaten wurde das Thema im Rahmen des Modernization of Cosmetics Regulation Act (MoCRA) analysiert. Die Food and Drug Administration veröffentlichte Ende 2025 einen Bericht über das Vorkommen von PFAS in registrierten kosmetischen Formulierungen.

Dem Bericht zufolge wurden 51 PFAS in etwa 1.744 Produkten identifiziert, was rund 0,41 % der analysierten Formulierungen entspricht. Zu den am häufigsten vertretenen Kategorien gehörten Lidschatten, Produkte für Gesicht und Hals, Eyeliner, Puder und Make-up, wobei PTFE zu den am häufigsten gemeldeten Stoffen zählte.

Für einen wesentlichen Teil der identifizierten Stoffe erwiesen sich die toxikologischen Daten als unzureichend für eine vollständige Risikobewertung.

Regulierung: Was sich ändert

Frankreich: Verbot ab dem 1. Januar 2026

Das Gesetz wurde am 20. Februar 2025 von der Nationalversammlung verabschiedet und trat am 1. Januar 2026 in Kraft. Das Verbot betrifft die Herstellung, Einfuhr, Ausfuhr und das Inverkehrbringen von Kosmetika, Wintersportwachs und Textilerzeugnissen für Bekleidung einschließlich Schuhen. Für den übrigen Textilsektor tritt das Verbot 2030 in Kraft.

Frankreich ist nach Dänemark das zweite europäische Land, das PFAS in Kosmetika verbietet.

Ein Detail, das viel über den Gesetzgebungsprozess aussagt: Der ursprüngliche Text umfasste auch Antihaft-Kochutensilien, die mit PTFE beschichtet sind – derselben Verbindung, die in Kosmetika am weitesten verbreitet ist. Dieser Teil wurde im parlamentarischen Verfahren gestrichen. Derselbe Stoff ist also in einem Lippenstift verboten und in einer Bratpfanne erlaubt.

Europäische Union: Vorschlag für eine Gruppenbeschränkung

Auf EU-Ebene wird ein von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) vorgelegter Beschränkungsvorschlag geprüft, der PFAS als Stoffgruppe betrachtet. Zu den Optionen gehören allgemeine Verbote, befristete Ausnahmen für bestimmte Branchen sowie Nutzungsbedingungen mit Maßnahmen zur Emissionsreduzierung. Nach den verfügbaren Schätzungen würde ein mögliches europäisches Verbot nicht vor 2027 gelten – auch deshalb hat Frankreich beschlossen, früher zu handeln.

Andere Länder

Neuseeland hat ab 2026 ein PFAS-Verbot für Kosmetika angekündigt. In den Vereinigten Staaten haben mehrere Bundesstaaten mangels eines einheitlichen bundesweiten Verbots restriktive Regelungen eingeführt. Im Vereinigten Königreich wird das Thema regulatorisch geprüft.

Die Position von LeLang

Eine Vorbemerkung, die uns wichtig erscheint, bevor wir über uns sprechen. In Europa gelangt kein kosmetischer Inhaltsstoff ohne Kontrolle auf den Markt: Die EG-Verordnung 1223/2009 schreibt für jedes Produkt einen von einer qualifizierten Fachkraft unterzeichneten Sicherheitsbericht vor, und die Listen verbotener und beschränkter Stoffe werden auf Grundlage der wissenschaftlichen Stellungnahmen des SCCS kontinuierlich überprüft und aktualisiert. Sie gehört zu den strengsten Regulierungsrahmen weltweit.

Der Fall PFAS ist vielmehr ein Beispiel dafür, wie dieses System funktioniert: Wenn neue Erkenntnisse vorliegen, werden die Stoffe neu bewertet und, falls erforderlich, eingeschränkt. Dass ein Molekül heute diskutiert wird, bedeutet nicht, dass sich die auf dem Markt befindlichen Kosmetikprodukte außerhalb der Kontrolle befinden, sondern dass Kontrolle ein kontinuierlicher Prozess ist und keine Momentaufnahme, die ein für alle Mal festgehalten wird.

In den LeLang-Formulierungen verwenden wir keine PFAS. Das ist eine direkte Folge der Art und Weise, wie wir Inhaltsstoffe auswählen, und keine Reaktion auf das französische Verbot: Unsere Forschung konzentriert sich auf Wirkstoffe natürlichen Ursprungs, biotechnologische Wirkstoffe und kurze Inhaltsstofflisten, bei denen die technischen Funktionen, für die PFAS eingesetzt werden – lange Haltbarkeit, Wasserbeständigkeit und gleitende Filme im Make-up –, schlicht nicht erforderlich sind.

Das, was wir als clean-Ansatz bezeichnen, bedeutet: wenige Inhaltsstoffe, die aufgrund einer präzisen und dokumentierten Funktion ausgewählt werden, mit einer Präferenz für Rohstoffe natürlichen Ursprungs und italienische Lieferanten, deren Lieferkette wir überprüfen können. Es lohnt sich, dies präzise zu formulieren, denn „clean beauty“ ist ein Marketingausdruck ohne rechtliche Definition, der häufig suggeriert, andere Produkte seien gefährlich. Für uns bedeutet es nicht das: Es bedeutet Essenzialität und Rückverfolgbarkeit, keine Verteufelung der Chemie.

Wenn du verstehen möchtest, wie sich diese Entscheidung praktisch im Labor umsetzt, haben wir dies im Artikel darüber erzählt, wie ein Kosmetikprodukt entsteht.

Auswirkungen auf Unternehmen der Branche

Die Weiterentwicklung der Vorschriften bringt für den Kosmetiksektor Aufgaben wie die Kartierung von Formulierungen und Inhaltsstoffen, die Bewertung technischer Alternativen, die Aktualisierung der Dokumentation entlang der Lieferkette und die Anpassung an die Anforderungen ausländischer Märkte mit sich.

Für Exporteure ist das Thema unmittelbar relevant: Ein in Italien konformes Produkt kann in Frankreich nicht konform sein. Die übergeordnete Richtung ist dieselbe, die auch die neuen Verpackungsvorschriften bestimmt, über die wir im Artikel zur EU-Verordnung 2025/40 sprechen.

Was Verbraucher tun können

  • Die INCI-Liste lesen und nach PTFE sowie den Präfixen „perfluoro“ und „polyfluoro“ suchen.
  • Die Produktkategorie berücksichtigen: Das Risiko konzentriert sich auf langanhaltendes und wasserfestes Make-up, deutlich weniger auf Hautpflege.
  • Wasserfeste Produkte begrenzen auf Situationen, in denen sie wirklich benötigt werden — einen Tag im Schwimmbad, nicht im Büro.
  • Das Unternehmen fragen. Ein Hersteller, der seine Lieferkette kennt, gibt Auskunft; bleibt eine Antwort aus, ist auch das eine Information.

Fazit

PFAS bilden eine Stoffklasse mit etablierten technischen Anwendungen, weisen jedoch eine hohe Umweltpersistenz auf. Das französische Verbot und die europäischen Beschränkungsvorschläge deuten auf einen bedeutenden Wandel für die Branche hin.

In diesem Zusammenhang bleibt die Aktualisierung anhand wissenschaftlicher und institutioneller Quellen unerlässlich, um die Entwicklung der Rechtslage korrekt einzuordnen und gesicherte Erkenntnisse von weiterhin bestehenden Unsicherheiten zu unterscheiden.

Häufig gestellte Fragen zu PFAS in Kosmetika

Sind PFAS in Kosmetika in Europa verboten?
Auf europäischer Ebene gibt es noch kein allgemeines Verbot. Derzeit wird ein gruppenweiter Beschränkungsvorschlag ausgearbeitet, der Schätzungen zufolge frühestens ab 2027 gelten würde. Frankreich und Dänemark haben bereits nationale Verbote eingeführt.

Seit wann sind PFAS in Kosmetika in Frankreich verboten?
Ab dem 1. Januar 2026, in Umsetzung des am 20. Februar 2025 verabschiedeten Gesetzes.

Enthalten LeLang-Kosmetika PFAS?
Nein. Wir verwenden keine PFAS in unseren Formulierungen: Unsere Forschung basiert auf Wirkstoffen natürlichen und biotechnologischen Ursprungs sowie auf Listen mit essenziellen Inhaltsstoffen.

Wie erkennt man PFAS in der INCI-Liste?
Indem man nach Inhaltsstoffen wie PTFE oder Namen mit den Präfixen „perfluoro“ und „polyfluoro“ sucht. Nicht beabsichtigte Verunreinigungen sind auf dem Etikett nicht erkennbar.

Sind PFAS in Kosmetika gesundheitsschädlich?
Das Risikoprofil variiert je nach Substanz und Exposition. Für viele Substanzen sind die verfügbaren Daten noch unvollständig, und die Forschung läuft weiter.

In welchen Produkten wurden sie am häufigsten festgestellt?
Vor allem in langanhaltendem oder wasserfestem Make-up: Foundation, Eyeliner, wasserfester Mascara und Lidschatten. In Hautpflegeprodukten deutlich seltener.

Quellen

  • Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) — Bericht über PFAS in Kosmetika, 2025
  • Umweltschutzbehörde (EPA) — PFAS und menschliche Gesundheit
  • Europäische Chemikalienagentur (ECHA) — PFAS-Beschränkungsvorschlag im Rahmen von REACH
  • Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel und Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS)
  • Gesetz Nr. 2025-188 vom 27. Februar 2025 (Frankreich) — PFAS-Verbot in Kosmetika, Skiwachs und Textilien