Es entsteht durch Fermentation, genauer gesagt durch Pilze, die in Japan seit Jahrhunderten für Reis und Sake verwendet werden. In der Kosmetik ist es einer der wenigen aufhellenden Wirkstoffe mit einer langen, gut dokumentierten Anwendungsgeschichte. Auf dem Etikett steht Kojic Acid oder in der veresterten Form Kojic Dipalmitate.
Kojisäure wirkt auf dasselbe Enzym wie Hydrochinon, allerdings auf einem anderen Weg: Sie entzieht der aktiven Stelle der Tyrosinase das Kupfer. Ein eleganter Mechanismus mit zwei praktischen Folgen: einem gesetzlich festgelegten Höchstanteil und einem Stabilitätsproblem, das über die Qualität des Produkts entscheidet.
Artikel von Elisa Avalle, Gründerin von LeLang Skin Care und Spezialistin für Dermokosmetik. Das Titelbild wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt.
[INDICE:h2]
So funktioniert sie
Tyrosinase ist ein kupferabhängiges Enzym: Ohne dieses Ion an ihrer aktiven Stelle kann sie nicht arbeiten. Kojisäure chelatiert es, das heißt, sie bindet es und macht es dadurch unverfügbar. So wird die Melaninproduktion verlangsamt.
Das bereits vorhandene Pigment wird nicht zerstört. Die Kojisäure wirkt auf das Pigment, das von nun an gebildet würde. Deshalb zeigen sich Ergebnisse innerhalb von Wochen und nicht Tagen: Die Hornschicht muss sich erneuern und dabei das alte Pigment abtragen. Wie dieser Erneuerungsprozess abläuft, wird im Artikel zum Zellumsatz erklärt.
Der Anteil und warum er nicht höher sein darf
Die europäische Sicherheitsbewertung hat den Höchstanteil für die kosmetische Verwendung in Gesichts- und Handpflegeprodukten auf 1 % festgelegt. Das ist keine symbolische Grenze: Bei höheren Konzentrationen kann Kojisäure eine Sensibilisierung auslösen. Die Kontaktdermatitis ist die in der Fachliteratur am häufigsten berichtete Nebenwirkung.
Eine Creme, die sehr hohe Kojisäureanteile angibt, enthält entweder tatsächlich nicht so viel oder entspricht nicht den Vorschriften. Das ist eine der wenigen Kontrollen, die sich in zwei Sekunden durch einen Blick auf die Verpackung erledigen lassen.
Das Problem mit der Oxidation
Das Molekül ist licht- und luftempfindlich und reagiert auf pH-Wert-Schwankungen: Es oxidiert und verfärbt sich braun. Wenn ein Produkt nach einigen Wochen dunkelgelb oder bernsteinfarben wird, deutet das darauf hin, dass der Wirkstoff abgebaut wird. Ein abgebauter Wirkstoff kann nicht mehr das leisten, wofür er eingesetzt wurde.
Daher gibt es zwei Formulierungsentscheidungen, die man kennen sollte. Die erste ist Kojic Dipalmitate, der Ester der Palmitinsäure: Er ist deutlich stabiler, fettlöslich und wird allmählicher freigesetzt. Die zweite betrifft die Verpackung: Airless-Spender oder undurchsichtige Tuben, niemals ein durchsichtiges Tiegelchen, das täglich geöffnet wird.
Womit es kombiniert wird
Allein reicht Kojisäure fast nie aus. Das ist keine besondere Schwäche dieses Moleküls: Bei der kosmetischen Behandlung von Pigmentstörungen ist die Kombination die Strategie, denn in der Kette, die zur Pigmentbildung führt, gibt es mehrere Angriffspunkte.
- Mit Niacinamid, das weiter unten in der Kette ansetzt und die Übertragung des Pigments in die oberflächlichen Zellen hemmt.
- Mit Vitamin C, das zusätzlich antioxidativ wirkt und seinerseits die Tyrosinase beeinflusst.
- Mit Alpha-Hydroxysäuren, die den Abtrag bereits pigmentierter Korneozyten beschleunigen und das Eindringen der anderen Wirkstoffe verbessern.
Wann man es verwendet
Im Herbst und Winter. Das ist keine ästhetische Konvention: Eine Behandlung von Pigmentflecken dauert mehrere Wochen. Führt man sie durch, während die Sonneneinstrahlung am stärksten ist, bildet sich jeden Tag neues Pigment, das man eigentlich reduzieren möchte.
Täglicher Sonnenschutz ist kein Zusatz zur Behandlung, sondern die Hälfte der Behandlung und sollte auch danach beibehalten werden. Welche Rolle Ihr Hauttyp dabei spielt, wird an anderer Stelle erklärt.
Ein Kosmetikprodukt behandelt keine klinischen Beschwerden und darf dies laut Verordnung (EG) 1223/2009 und Verordnung (EU) 655/2013 auch nicht behaupten. Melasma und alle Flecken, die ihre Form, Farbe oder Größe verändern, sollten ärztlich beurteilt werden.
SPOT DEFENCE 50 SPF Gesichtssonnenschutz-Serum SPF 50 gegen Pigmentflecken Mit verkapseltem Vitamin C, pflanzlichem Glykogen und postbiot... Entdecken SPOT DEFENCE 50 SPF
Wenn Sie nicht sicher sind, um welche Art von Pigmentfleck es sich handelt, können die LeLang-Partnerapotheker den Fleck gemeinsam mit Ihnen beurteilen, bevor sie etwas empfehlen.
Sie wissen nicht, wo Sie bei Pigmentflecken anfangen sollen?
Buchen Sie eine kostenlose virtuelle Beratung: Gemeinsam beurteilen wir Ihre Haut und erstellen ein maßgeschneidertes Pflegeprotokoll.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Kojisäure?
Kojisäure ist ein Molekül, das durch Fermentation entsteht, insbesondere durch Pilze, die in Japan seit Jahrhunderten zur Verarbeitung von Reis und Sake verwendet werden. In der Kosmetik ist sie einer der wenigen aufhellenden Wirkstoffe mit einer langen, dokumentierten Anwendungsgeschichte. Auf dem Etikett steht Kojic Acid oder, in der veresterten und stabileren Form, Kojic Dipalmitate.
Wie wirkt Kojisäure gegen Pigmentflecken?
Sie wirkt auf die Tyrosinase, das Enzym, das die Melaninproduktion in Gang setzt und dafür ein Kupferion benötigt. Kojisäure bindet dieses Kupfer und macht es unverfügbar, wodurch die Pigmentsynthese verlangsamt wird. Sie wirkt nicht auf das bereits vorhandene Pigment, sondern auf das, das sich später bilden würde. Deshalb zeigen sich Ergebnisse im Laufe von Wochen, während sich die Hornschicht erneuert.
Wie hoch ist die zulässige Höchstkonzentration von Kojisäure in Kosmetika?
Die europäische Sicherheitsbewertung hat den Grenzwert für Gesichts- und Handpflegeprodukte auf 1 % festgelegt. Bei höheren Konzentrationen kann Kojisäure eine Sensibilisierung auslösen. Die Kontaktdermatitis ist die in der Fachliteratur am häufigsten berichtete Nebenwirkung. Produkte, die deutlich höhere Anteile angeben, sollten daher mit Vorsicht betrachtet werden. Die einfache Prüfung: Lesen Sie die Verpackung.
Warum verändert eine Creme mit Kojisäure ihre Farbe?
Das Molekül reagiert empfindlich auf Licht, Luft und pH-Wert-Schwankungen und neigt bei der Oxidation dazu, sich braun zu verfärben. Wird ein Produkt nach einigen Wochen dunkelgelb oder bernsteinfarben, deutet das darauf hin, dass der Wirkstoff abgebaut wird. Deshalb verwenden sorgfältig formulierte Produkte oft das stabilere Kojic Dipalmitate sowie Airless-Verpackungen oder undurchsichtige Tuben statt durchsichtiger Tiegel.
Womit lässt sich Kojisäure kombinieren?
Mit Wirkstoffen, die an anderen Stellen der Kette ansetzen, die zur Pigmentbildung führt: mit Niacinamid, das die Übertragung des Melanins in die oberflächlichen Zellen hemmt, mit Vitamin C, das zusätzlich antioxidativ wirkt, und mit Alpha-Hydroxysäuren, die die Erneuerung der Hornschicht fördern. Am besten wendet man sie im Herbst und Winter an und verwendet während der Behandlung sowie danach täglich Sonnenschutz.
Quellen zu diesem Artikel
- Wissenschaftlicher Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS), Stellungnahme zu Kojisäure in kosmetischen Mitteln.
- Rivas S., Pandya A.G. (2013). „Behandlung von Melasma mit topischen Wirkstoffen, Peelings und Lasern: eine evidenzbasierte Übersichtsarbeit“. American Journal of Clinical Dermatology, Bd. 14, Nr. 5, S. 359-376.
- Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates über kosmetische Mittel.
- Verordnung (EU) Nr. 655/2013 der Kommission zur Festlegung gemeinsamer Kriterien für die Begründung von Werbeaussagen zu kosmetischen Mitteln.
Auf der Website: Hydrochinon · Pigmentstörungen · LeLang Partner

